[Kingsman: The Secret Service] 62er Dalmore

  • Recht früh im Film gibt es eine Szene, in der ein ganz besonderer Whisky eine Rolle spielt: der 62 Jahre alte Dalmore - der anscheinend teuerste Whisky der Welt. Bei der ersten Erwähnung heißt es "Hol den 62er Dalmore." (Auf Englisch "Get the 62 Dalmore"). Die Art der Bezeichnung eines Whiskys ist vielleicht nicht die geläufigste, aber noch ok. Später kommt aber auf jeden Fall der eigentliche Fehler. Lancelot bezeichnet den edlen Tropfen als "1962er Dalmore". Wer sich auch nur ein bisschen mit Scotch auskennt weiß, dass in den meisten Fällen niemanden das Produktionsjahr eines Whiskys interessiert. Niemand interessiert sich ernsthaft für einen Dalmore aus dem Jahr 1962. Was beim Whisky relevant ist und meist auch in Form einer Zahl angegeben wird, ist die Reifedauer (im Fass). Der 62er Dalmore ist also nicht aus dem Jahr 1962, sondern wurde 62 Jahre lang gereift (was wirklich extrem lange ist, durchschnittliche Whiskys sind etwa 12 Jahre alt, bei 16-18 Jahren kann es schon langsam teuer werden, mehr als 20 sieht man im Alltagsgebrauch nur sehr selten). Jemand, der einen Whisky an seinem Geruch erkennt, hätte das gewusst.

  • Können Whiskys überhaupt 62 Jahre lang reifen? Ich dachte immer, ein bestimmter Teil würde aus dem Fass verdunsten (Stichwort "Angel's Share"), weswegen die Reifedauer eines Whiskys eine bestimmte Anzahl von Jahren nicht überschreiten kann. Irgendwann ist nämlich alles "weg".

    Truth has bounds, Error none.
    (William Blake)

    Tu chi se', che vuoi sedere a scranna
    per giudicar da lungi mille miglia
    con la veduta corta d'una spanna?
    (Dante Alighieri)

    Leben ist wie Zeichnen ohne Radiergummi...

  • @bergerler: Falsch, der Whisky reifte nicht 62 Jahre, sondern wurde 1962 gebrannt und zur Reifung abgefüllt. Das Jahr der Umfüllung in die Flasche wird gesondert auf der Flasche etikettiert. Im Grunde wissen wir also nur das Herstellungsjahr, aber nicht das Jahr der Umfüllung. Und gerade das Jahr der Umfüllung ist wichtig, da Whisky zwar lange reifen kann, aber in der Flasche trotzdem nicht ewig halten kann. Das kennt man letztendlich auch aus dem Film "Last Vegas". ;)

    Sonja: Nein, irgendwann ist nie alles weg. Allerdings wird der Whisky Alkohol verlieren. In Schottland und Irland ist es weniger trocken, weshalb dort eher der Alkohol verdunstet, in den USA ist es mehr trockener, weshalb dort eher Wasser verdunstet. Diesen Unterschied kann man raus schmecken. Dementgegen gehalten wird durch Kellerlagerung mit einer möglichst konstanten Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Die Keller werden auch möglichst selten aufgemacht, weshalb Führungen durch die Distillerie auch nur in frisch Umgefüllten Kellern (also leere Fässer) statt finden. Das könntest Du eigentlich wissen, da Du ja den Film "Angels' Share" kennst. (Über Dein versehentlich falsch gesetztes Apostroph will ich mal nicht meckern. ;) )

    Meine Lieblingswhiskys sind Auchentoshan und Bowmore. Den Black Bowmore konnte ich mir allerdings bisher noch nicht leisten.

    Edit mit P.S.: Hier vielleicht noch ein passender Link: Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.

  • Nein, den Film kenne ich nicht, ich meinte damit den Anteil des Whiskys, der während der Reifung aus dem Fass verdunstet. Das heißt scheinbar so.
    Aber mein Apostroph war trotzdem falsch, hast recht... sorry. :blumen:

    (das kommt davon, wenn man selbst keinen Alkohol trinkt :lol: )

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  • Zitat

    Nein, den Film kenne ich nicht, ich meinte damit den Anteil des Whiskys, der während der Reifung aus dem Fass verdunstet. Das heißt scheinbar so.

    Ja, es heißt so.

    Zitat

    Aber mein Apostroph war trotzdem falsch, hast recht... sorry.

    Braucht keine Entschuldigung, da es sehr viele falsch machen (ich oft auch). Sieht man an diversen Kneipen. Aber als Buchtipp "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod". Aber alle Bände, weil ich nicht weiß, in welchem Band diese Apostroph-Sache vorkommt. ;)
    Trotzdem ist der gleichnamige Film ("Angels' Share")eine Empfehlung wert. ;)

  • @bergerler: Falsch, der Whisky reifte nicht 62 Jahre, sondern wurde 1962 gebrannt und zur Reifung abgefüllt. Das Jahr der Umfüllung in die Flasche wird gesondert auf der Flasche etikettiert. Im Grunde wissen wir also nur das Herstellungsjahr, aber nicht das Jahr der Umfüllung.

    Ach ja? Dann zeig mir mal bitte ein Bild oder einen Artikel, der von einem Dalmore von 1962 spricht. Ich habe gerade 5 verschiedene Whiskyflaschen zur Hand, inklusive der Verpackungen. An keiner Stelle ist ein Herstellungs- oder Umfüllungsjahr angegeben, höchstens eine "Batch No.". Das kann bei gewissen marken sicherlich anders sein, aber die eigentlich interessante Angabe, die bei (fast) jedem besseren Tropfen vorhanden ist, ist die Reifedauer - so eben auch beim Dalmore 62. Such doch mal bei Google danach, dann wirst du hauptsächlich Informationen dazu finden, dass eine Flasche dieses extrem lange gereiften Whiskys unter den teuersten ist, die je verkauft wurden. Und überall geht es um einen 62 Jahre alten Dalmore, nicht um einen aus dem Jahr 1962.

    Dalmore schreibt zwar gelegentlich das Jahr der Destillation mit auf die Flasche (v.a. bei sehr alten, seltenen Flaschen, wie z.B. Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.), aber wie du selbst schon bemerktest, ist diese Angabe ohne das Wissen über den Zeitpunkt der Abfüllung recht nutzlos. Niemand würde daher einen Whisky anhand des Destillationsjahres bezeichnen, somit bleibe ich dabei, dass hier ein Fehler gemacht wurde.

  • Such doch mal bei Google danach, dann wirst du hauptsächlich Informationen dazu finden, dass eine Flasche dieses extrem lange gereiften Whiskys unter den teuersten ist, die je verkauft wurden. Und überall geht es um einen 62 Jahre alten Dalmore, nicht um einen aus dem Jahr 1962.
    Dalmore schreibt zwar gelegentlich das Jahr der Destillation mit auf die Flasche (v.a. bei sehr alten, seltenen Flaschen, wie z.B. Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.), aber wie du selbst schon bemerktest, ist diese Angabe ohne das Wissen über den Zeitpunkt der Abfüllung recht nutzlos. Niemand würde daher einen Whisky anhand des Destillationsjahres bezeichnen, somit bleibe ich dabei, dass hier ein Fehler gemacht wurde.

    Wow, Du bist echt ein Fehlerfilmprofi :D So was sehe ich zum ersten mal! Man bemerkt oft verschiedene Fehler in den Szenen wie falsche Kleidung, falsche Position, falsche distanz, falsches Grimm usw, aber falschen Whiskyalter...:o

    Manche haben zu leben schon aufgehört, ehe sie anfingen.

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